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Rettung der Apsaras von Angkor

Hunderte steinernen Tempeltänzerinnen, bekannt als Apsaras, zieren die Tempel von Angkor im Regenwald von Kambodscha. Doch die anmutigen Bildwerke sind von einer verheerenden Krankheit befallen. Große Oberflächenbereiche lösen sich vom Baugestein in Form von Krusten ab und gehen unwiederbringlich verloren.

Die Ergebnisse neuer Untersuchungen haben gezeigt, dass die thermische Dehnung in der Oberfläche weitaus höher ist als im Gestein. Die Ausdehnung bei Wasseraufnahme ist hingegen im Gestein wesentlich hoher als in der Kruste.  Beides führt zu Scherspannungen die die Kruste abschalen lässt. Auf Grundlage der neuen Erkenntnisse wurden neue Konservierungsmethoden erfolgreich erprobt, die die Dehnung beider Materialien signifikant verringern könnten und so den Stress vermindern. 

Ein erster Fachartikel wurde auf einer internationalen Tagung veröffentlicht. Sie finden ihn unter PDF-Download. 

Aktuelle Forschungsprojekte

Marmorkonservierung

Die Konservierungsmaterialien in der Marmorkonservierung haben in vielen Fällen zu Schäden geführt oder verfügen, wie im Fall von Restaurierungsmörteln über nur eine verhältnismäßig kurze Lebensdauer. Dies wurde im Rahmen des Pflege- und Wartungsprogramms an den Marmorskulpturen im historischen Zentrum (2014-2016) in vielen Fällen beobachtet. Die Beobachtungen wurden publiziert und können nebenstehend als PDF-Datei herunter geladen werden.
Das Acrylglas "Paraloid B 72" und andere Kunstharze werden seit Jahrzehnten für eine Festigung eingesetzt.

Neue Untersuchungen zeigen, das Kunstharze die thermische Dehnung von Marmor stark erhöhen und erklären die Rissbildung auf behandelten Oberflächen.

Die Kunsttechnik Scagliola

Sie gilt als Königsklasse der Stukkateure und Marmoristen, die Kunsttechnik der Scagliola. Mit ihr werden seit rund 500 Jahren kunstfertige Bildwerke in Stuckmarmor, einer Masse aus Stuckgips, Pigmenten und tierischen Leimen, hergestellt.

Kunstwerke aus Scagliola ähneln den weitaus bekannteren Intarsienarbeiten aus Hartgesteinen, der "pietre dure". Ein genauer Blick ist notwendig um beide Materialtechniken voneinander zu unterscheiden. Dies ist der Grund, weshalb bis heute viele Scagliolarabeiten nicht als solche identifiziert sind und deshalb Unklarheiten um ihre Geschichte und Verbreitung bestehen.

Seit rund 15 Jahren forschen wir zu dieser Kunsttechnik in Europa und darüber hinaus. Hierbei konnten wir interessante Entdeckungen machen und Entwicklungslinien feststellen. Erste Ergebnisse würden auf einer ICOMOS-Tagung im Jahr 2008 vorgestellt und können nebenstehend unter "PDF-Dokument" herunter geladen werden.